CDU Gemeindeverband Nottuln

„Müssen erreichen, dass die Schüler das Lernen lernen“

Schapdetten. „Bildung macht Zukunft“ war das Thema der Informations- und Diskussionsveranstaltung des CDU-Gemeindeverbands Nottuln am Montag in Schapdetten. Dazu hatte Gemeindeverbandsvorsitzender Christian Schulze Pellengahr die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Marie-Theres Kastner (MdL), als Referentin eingeladen. Und Fragen gab es viele aus dem Kreis der bunt gemischten Zuhörer: „KiBiz“, Kopfnoten, Stundenausfall, Abitur nach zwölf Jahren, Ganztagsschulen – der Diskussionsbedarf war groß.
Auf dem Podium bei der Informations- und Diskussionsveranstaltung des CDU-Gemeindeverbands (v. l.): Georg Schulze Bisping, Margarete Große Wiesmann, Christian Schulze Pellengahr und Marie-Theres Kastner.Auf dem Podium bei der Informations- und Diskussionsveranstaltung des CDU-Gemeindeverbands (v. l.): Georg Schulze Bisping, Margarete Große Wiesmann, Christian Schulze Pellengahr und Marie-Theres Kastner.
Das neue Kinderbildungsgesetz hat zahlreiche Kritiker, Eltern befürchten Qualitätseinbußen, Erzieher fürchten sich vor Kündigungen. Nach Marie-Theres Kastner war das „KiBiz“ dringend notwendig. Der Bedarf an U3-Betreuung und flexiblen Betreuungszeiten sei wegen der familiären Umstrukturierung gewaltig gestiegen. 44 600 U3-Plätze seien jetzt geplant, das wäre mit dem alten Gesetz nicht möglich gewesen. „Es wird viel Wirbel um das neue Kinderbildungsgesetz in NRW gemacht, obwohl es noch gar nicht umgesetzt worden ist. Wir sollten erst einmal mit Zuversicht abwarten, wie sich die Situation entwickelt, bevor alles kaputtdiskutiert wird“, so Kastner.

Eine kontroverse Diskussion brachte auch das Thema der Schulzeitverkürzung des Gymnasiums auf acht Jahre. Viele Eltern beschweren sich, ihre Kinder stünden unter zu großem Stress, andere schimpfen das Abitur nach zwölf Jahren „Abitur light“.

Nach Meinung der CDU ist die Schulzeitverkürzung unverzichtbar. Deutsche Abiturienten seien im Vergleich zu anderen Ländern bei Studienbeginn deutlich älter, das dürfe nicht sein. „Das G8-Abitur ist kein „Abitur light“, die Anforderungen an die Schüler bleiben die gleichen. Wir müssen erreichen, dass Schüler das Lernen lernen, andernfalls hat die Schule versagt“, so Kastner. Eine Überforderung der Schüler sieht die Landtagsabgeordnete nicht: „Wir müssen den Kindern deutlich machen: fördern kommt von fordern!“

Auch der häufige Unterrichtsausfall kam zur Sprache. Kastner erklärte, dass dieses Problem schon in Angriff genommen worden sei, die Landesregierung habe 9000 neue Lehrer eingestellt und den Unterrichtsausfall um 50 Prozent verringert.

Auch sei dies eine Sache der Schule, so der stellvertretende Schulleiter des Gymnasiums Nottuln, Helmut Nottelmann: „In unserer Schule ist bereits ein gut funktionierendes Konzept gegen den Stundenausfall vorhanden. Die Lehrer sind bei Verhinderung verpflichtet, den Schülern Arbeitsmaterial zur Verfügung zu stellen, diese werden dann von den Schülern durch eigenverantwortliches Arbeiten erledigt.“

Zuletzt wurden die Kopfnoten auf Zeugnissen angesprochen. Marie-Theres Kastner sieht zwar die Probleme, die Eltern, Schüler und Lehrer mit den neuen Noten haben, steht jedoch weiter hinter der Entscheidung. Natürlich sei das Kopfnotensystem noch nicht ausgereift. Es werde aber nach einem Jahr Probelauf eine Überarbeitung geben.