Nach sachlicher und ernsthafter Diskussion, die maßgeblich getragen war von Sachbeiträgen und begründeten Fragen der CDU-Fraktion, wurde gegen die Stimmen der CDU-Fraktion die geplante Fotovoltaikanlage in Appelhülsen beschlossen. Auf sieben Hektar landwirtschaftlicher Fläche soll diese Anlage entstehen und durch einen Kredit von 4,3 Millionen Euro finanziert werden.
Auch die CDU-Fraktion sieht die Notwendigkeit, die zukünftige Energieversorgung aus Gründen sich reduzierender Ressourcen und zur Umweltschonung durch Ausbau der Fotovoltaik zu sichern. Die Bedenken der CDU-Fraktion, die von vielen Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde geteilt werden, stützen sich vielmehr auf folgende Punkte:
a) Fotovoltaikanlagen gehören auf die Dächer. Eine landwirtschaftliche Fläche von sieben Hektar sollte in Zeiten zunehmender Verknappung landwirtschaftlicher Flächen weltweit nicht für Fotovoltaik genutzt werden.
b) Die vielen Wirtschaftlichkeitsberechnungen, die die Verwaltung in den vergangenen Wochen der Politik vorgelegt hat, haben sich fast wöchentlich geändert:
Die erwartete Einspeisevergütung variierte dabei zwischen 7,0 Millionen Euro und 7,5 Millionen Euro, das eingesetzte Eigenkapital variierte zwischen 1,0 Millionen Euro über 530.000 Euro bis hin zu 0 Euro eine Minute vor der Abstimmung. Ziel war es jedes Mal durch Variation der Zahlen, eine möglichst positive Rendite darzustellen.
c) Die Anschaffungskosten für die Anlage sind wenig konkret, auf die Unsicherheiten und Risiken des Marktes wurde mehrfach hingewiesen. Die Kosten wurden zudem kalkuliert, ohne dass eine abschließende Leistungsbeschreibung vorgelegt werden konnte.
d) Die eingebrachte landwirtschaftliche Fläche von sieben Hektar wurde bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung nicht berücksichtigt. Die in 20 Jahren zu erzielende Pacht von mindestens 90.000 Euro plus Verzinsung hätte als Aufwand (Verlust) eingerechnet werden müssen.
e) Großflächige Fotovoltaikanlagen existieren bzw. werden geplant in Süddeutschland, in Spanien oder anderen Sonnenregionen. Dagegen beträgt die Sonnenausbeute im Münsterland nur ca. 80 % der erreichbaren Werte in München oder Stuttgart. Nach Angaben des deutschen Wetterdienstes zur Globalstrahlung ist das Münsterland keine privilegierte Region für Sonnenenergie.
f) Offen blieb in der Diskussion, ob die vielen technischen Unwägbarkeiten wie Wartungskosten, begrenzte Lebensdauer der Wechselrichter, die nachlassende Leistung der Module in den nächsten Jahren (Degeneration) sowie die Probleme des Vandalismus genügend in der Kalkulation berücksichtigt wurden.
Diese vielen offenen Fragen begründen die ablehnende Haltung vieler Bürgerinnen und Bürger und der CDU, ohne Not die Schulden der Gemeinde um weitere 4,3 Millionen Euro zu erhöhen. Es geht bei diesem Projekt nicht um eine unverzichtbare Infrastrukturmaßnahme für unsere Bürger, sondern einzig und allein um ein zweifelhaftes Imageprojekt. Die begründete Ablehnung ist Konsequenz einer kritischen Bewertung und nicht ein Zeichen von „Opposition um jeden Preis“, wie ich sie seit Jahren bei Herrn Schulz wahrnehmen konnte.
Josef Lütkecosmann
Hummelbachtal 4