CDU Gemeindeverband Nottuln

Auf die Suche geschickt

Nottuln. „Wir tun das hier nicht einfach ab, sondern wollen ernsthaft eine Lösung finden.“ Mit diesen Worten fasste Ausschussvorsitzender Wolf Haase die Diskussion um die Entlastungsstraße Nottuln-West zusammen. Im Gemeindeentwicklungsausschuss wurde das Thema am Mittwochabend unter großer Beteiligung betroffener Bürger besprochen. Dabei folgten die Fraktionen mit Ausnahme der UBG dem Vorschlag der Gemeinde, über ein Bebauungsplanverfahren mögliche Trassen für eine Entlastungsstraße zu finden. Bei drei Gegenstimmen wurde die Aufstellung eines Bebauungsplanes „Entlastungsstraße Nottuln-West“ beschlossen. In dessen Rahmen sollen jetzt innerhalb eines Suchraumes am Zippenberg mögliche Wegeführungen aufgezeigt werden.
Die UBG hielt in der Diskussion unter anderem dagegen, dass der vorgeschlagene Suchraum weiter in Richtung Darup liegen müsste. „Wir stehen vor dem Scherbenhaufen einer verfehlten Planung, in der keine solche Straße vorgesehen war. Einer Planung, die wir so nicht wollten.“ Stefan Kohaus (Grüne) erklärte, dass seine Fraktion die „nicht ganz geglückte Planung“ damals zwar ebenfalls abgelehnt habe. Er wolle sich einer Lösungssuche aber nicht verschließen. Die müsse allerdings ergebnisoffen sein: „Das kann am Ende auch bedeuten, dass keine Straße gebaut wird.“

Dass es zu dieser „Null-Lösung“ kommt, hielten die meisten Politiker offenbar für unwahrscheinlich. Dr. Martin Geuking (FDP) meinte, dass es unsinnig sei, den Verkehr Richtung Coesfeld über den Oberstockumer Weg und die B525 abfließen zu lassen. „Eine Alternative muss her.“ Auch der Verkehr Richtung Billerbeck solle nicht über den Oberstockumer Weg geführt werden, erklärte Roswitha Roeing-Franke (CDU). Sie sei davon überzeugt, dass der Oberstockumer Weg schon wegen der Schulkinder für den vielen Verkehr ungeeignet ist. Gottfried Hoffmann (SPD) ergänzte, dass es nicht nur um die Verkehrssituation am Oberstockumer Weg und im Fasanenfeld gehe, sondern auch der Niederstockumer Weg entlastet werden könnte, wenn man einen westlichen Abfluss des Verkehrs errmögliche.

Vor allem brauche man verlässliche Zahlen, meinte Christof Peter-Dosch (Grüne). Man müsse erkennen können, wie die Straßen in Zukunft be- und entlastet werden. Solche Zahlen habe es doch schon gegeben, als der Bebauungsplan beschlossen wurde, kritisierten die Anlieger aus dem Fasanenfeld. Und seitdem habe sich doch nichts geändert. Beim Grundstückskauf seien sie davon ausgegangen, dass die komplette Erschließung über den Oberstockumer Weg erfolge. So eine Planung müsse Vertrauensschutz gewähren. Immerhin lebten allein im Bereich Falkenstraße rund 60 Kinder, auch das müsse beim Bau einer Straße im Wohngebiet bedacht werden.

Dem hielt ein Anlieger des Oberstockumer Weges den „Brennpunkt Schule“ entgegen: „Gehen Sie da mal morgens vorbei, dann wissen Sie, was notwendig ist.“ Die Versäumnisse der Vergangenheit müssten aufgearbeitet werden, forderte er. So ähnlich hatte auch Christian Schulze Pellengahr (CDU) argumentiert: „Ich weiß nicht, warum das damals nicht bedacht worden ist. Aber lassen Sie’s mich salopp formulieren: Man kann ja auch klüger geworden sein.“