Schapdetten/Darup. „Ich werde das Gefühl nicht los, dass wir auf der Stelle treten.“ Die Daruper Fraktionsmitglieder der CDU, Christian Schulze Pellengahr und Norbert Kummann, waren mit dem Stand der Dinge in Sachen Hochwasserschutz und Ortsentwicklung in Darup nicht einverstanden, als der Zwischenstandsbericht der Verwaltung im Gemeindeentwicklungsausschuss am Mittwochabend auf der Tagesordnung stand.
Die Ortsentwicklung hänge wesentlich vom Hochwasserschutz ab, heißt es darin. Der aber solle für den gesamten Ort und nicht nur für einzelne Immobilien gelten. Dazu wiederum brauche man eine bestimmte Fläche, die „bisher nicht käuflich erworben werden konnte“, erklärt die Verwaltung. Man prüfe deshalb zurzeit, ob man den Hochwasserschutz rechtlich durchsetzen kann. Auch Alternativen werden betrachtet. Man sei in Verhandlungen, erklärte Bürgermeister Peter Amadeus Schneider. Geprüft worden sei inzwischen, so die Gemeinde weiter, welche einzelnen Immobilien bei Starkregen ein Problem bekommen. Zurzeit werde untersucht, mit welchen Mitteln diese zu sichern oder ob sie überhaupt sicherbar sind. „Es passiert also durchaus was“, nahm der Bürgermeister seine Mitarbeiter in Schutz.
Ähnlich unzufrieden wie die Daruper zeigten sich aber auch die Schapdettener Ratsmitglieder Heinz Rütering (CDU) und Dr. Martin Geuking (FDP) mit dem Vorankommen in Schapdetten. Immerhin konnte die Verwaltung hier darauf verweisen, dass es als Voraussetzung für das weitere Vorgehen ein Gutachten zur durch die landwirtschaftlichen Betriebe bedingten Geruchssituation geben werde. Im Dezember werde es vorgestellt. „Dann können wir aufzeigen, was wo machbar ist“, erklärte Fachbereichsleiter Hermann Volkmer.
Zum Thema Hochwasserschutz hat die Gemeinde dem Lippeverband ihren Vorentwurf zum Abfangen wild abfließenden Oberflächenwassers zur Prüfung eingereicht. Der Verband soll auch Alternativen aufzeigen, eine Antwort von dort steht noch aus. „Bei dem Plänchen, das Sie uns damals vorgestellt haben, erwarte ich da aber keine großen Erkenntnisse“, zeigte sich Heinz Rütering skeptisch.
Wie wichtig ein Gesamtkonzept zur weiteren Entwicklung der Ortsteile ist, zeigte sich gleich im Anschluss bei dem Antrag eines Bürgers, der mit einer Abrundungssatzung die Möglichkeit bekommen wollte, ein Haus zu errichten. Während die CDU hier eine Ausnahme zulassen wollte, weil sie die Möglichkeit zu einer kleinen innerörtlichen Entwicklung gegeben sah, folgten die anderen Fraktionen der Verwaltungsmeinung und wollten keine Einzellösung zulassen, bevor nicht ein Gesamtkonzept vorliege. Die Verwaltung wies zudem darauf hin, dass aus Immissionsgründen „keine gesunden Wohn- und Arbeitsverhältnisse“ möglich seien. Man habe dem Antragsteller mehrere alternative Möglichkeiten aufgezeigt, auf die er nicht eingegangen sei, erklärte Bürgermeister Schneider. Man werde aber weiter im Gespräch bleiben. Bei sieben Gegenstimmen und zwei Enthaltungen der CDU wurde der Antrag mit zehn Ja-Stimmen abgelehnt.