Nottuln. In der Frage „Sporthallengebühren – Ja oder Nein?“ ist nun der Rat gefordert. Im Sozialausschuss, der das Thema am Dienstagabend in seiner Sitzung im Martinistift diskutierte, konnten sich weder SPD, UBG und Grüne (pro) noch CDU, FDP (contra) durchsetzen. Beide Blöcke verfügen im Ausschuss über jeweils zehn Stimmen, so dass alle Anträge jeweils bei Stimmengleichheit als abgelehnt gelten.
Nun kommt das Thema in die nächste Ratssitzung. Auch dort herrscht zwischen SPD, UBG und Grünen einerseits und CDU, FDP andererseits Stimmengleichheit, doch gibt die Bürgermeister-Stimme den Ausschlag. Peter Amadeus Schneider ist nun das Zünglein an der Waage.
Die seit Monaten kontrovers geführte Diskussion über die Sporthallengebühren wurde auch am Dienstag im Sozialausschuss vor großer Kulisse ausgetragen. Zahlreiche Sportvereinsvertreter nahmen teil und machten aus ihrer Meinung keinen Hehl: Sie wehren sich vehement gegen die neue Belastung.
Beigeordneter Klaus Fallberg erinnerte daran, dass das Thema Hallengebühren Bestandteil des einstimmig verabschiedeten freiwilligen Haushaltskonsolidierungskonzeptes sei. Angesichts der schwierigen Finanzlage der Gemeinde sähe er es als Kämmerer am liebsten, dass Sporthallengebühren eingeführt werden, aber ohne gleichzeitige Erhöhung der Jugendförderung.
Darauf zielt, wie berichtet, der gemeinsame Antrag von SPD, UBG und Grünen ab. Andreas Winkler (SPD) machte mehrmals deutlich, dass die Gemeinde sparen müsse. Auch der Landrat sehe die Notwendigkeit von Hallengebühren. Die Einführung der Gebühren bedeute aber nicht, dass sich die Gemeinde aus der Sportförderung zurückziehe. Man wolle den Jugendsport fördern, weshalb auch die Förderung fast verdoppelt werde, nicht aber den Erwachsenensport. Und: „Nur die Verbrauchskosten, die bei der Hallennutzung entstehen, sollen auch von den Erwachsenen erstattet werden.“
Josef Lütkecosmann (CDU) erinnerte daran, dass Hallengebühren nur im Konsens mit den Vereinen eingeführt werden sollten. Da dieser Konsens aber nicht erreicht werde, die Gebühren die Vereine belasteten und das Wohl der Gemeinde nicht von 29 000 Euro Einsparpotenzial abhängen könne, lehne die CDU die Hallengebühren ab, fordere aber gleichzeitig eine Optimierung der Hallenbelegung.
Die Sportvereinsvertreter machten deutlich, dass die Hallengebühren vor allem Kinder und Jugendliche treffen, die zumeist die Hallen nutzen. Die Handballabteilung der DJK Nottuln hat ausgerechnet, dass sie ihre Jugendbeiträge gar um bis zu 80 Prozent erhöhen müsste, um die Gebühren begleichen zu können. Vor diesem Hintergrund befürchten die Sportvereine, dass Eltern ihre Kinder abmelden und ganze Mannschaften und Abteilungen zusammenbrechen. Und DJK-Vorsitzender Jürgen Wüllenweber erinnerte daran, dass die Sportvereine mit der Übernahme der Kosten für Vereinsheime und Grünanlagenpflege schon jetzt die Gemeinde deutlich entlasteten.
Eine Annäherung der unterschiedlichen Standpunkte ist nicht in Sicht. Das wurde im Ausschuss bei den Abstimmungen deutlich. Der Antrag der UBG, das Thema noch einmal zu vertagen, damit die Verwaltung neue Zahlen zur Sportförderung ermitteln kann, wurde angesichts der Stimmengleichheit ebenso abgelehnt wie die Anträge, Hallengebühren einzuführen oder darauf zu verzichten.