CDU Gemeindeverband Nottuln

„Gefährdet die Existenz“

Nottuln. Im Vorstand des Nottulner Badmintonclubs No Limit ist viel gerechnet worden. Doch so sehr die Verantwortlichen die Zahlen auch drehen und neu zusammensetzen, das Ergebnis ist immer dasselbe: „Sporthallengebühren in der angekündigten Form wären für unseren Verein existenzbedrohend“, betont Vorsitzender Martin Uphoff.
Seit die Berechnung der Gemeindeverwaltung über die Auswirkungen von Sporthallengebühren auf die Vereine vorliegt (wir berichteten), herrscht Unsicherheit. Denn kommt der gemeinsame Vorschlag von SPD, UBG und Grünen durch, wonach zwar einerseits die Jugendförderung fast verdoppelt wird, andererseits eine Hallengebühr von 4 Euro je Stunde eingeführt wird, kann der Badmintonclub künftig nicht nur die erhöhte Jugendförderung von 1760 Euro gleich wieder zur Begleichung der Hallengebühr an die Gemeinde zurücküberweisen, sondern muss obendrein noch 4022 Euro dazuzahlen.

„Die Einführung einer Hallengebühr im angekündigten Ausmaß hätte für unsere Mitglieder eine 50-prozentige Beitragserhöhung zur Folge“, erläutert der Vorsitzende. „Wir rechnen in diesem Fall mit Austritten von rund 15 bis 20 Prozent, was für einen Verein mit nur einer Sportart sehr bedrohlich ist.“ Man sei auf die Hallenplätze angewiesen, denn Badminton sei nun mal ein reiner Hallensport.

Hinzu komme: Viele Mitglieder von No Limit seien auch Mitglieder in anderen Sportvereinen, wären also unter Umständen doppelt betroffen von den Hallengebühren. Uphoff: Die Erhöhung der Jugendpauschale, so positiv das auch zu bewerten sei, komme in diesem Fall nicht der Jugend zugute.

„90 Prozent unserer Gelder fließen direkt in die Jugendarbeit und in die Sportmittel und Wettkampfgebühren dafür“, berichtet Uphoff. Von Anfang an habe man auf niedrige Beiträge geachtet, um allen den Badmintonsport zu ermöglichen. Es gebe auch keine Aufnahmegebühr. „Wir sind ein Verein, der überwiegend aus Familien mit Kindern besteht. Gut verdienende Singles sind bei uns selten.“

Dem Badmintonclub gehören derzeit 174 Mitglieder an, davon zählen über 90 zur Gruppe der Familien, Schüler und Studenten. Am Meisterschaftsbetrieb nehmen drei Minimannschaften, eine Schüler- und drei Jugendmannschaften sowie zwei Seniorenmannschaften teil. Dank der guten Ausbildung durch drei Trainer und drei Jugendtrainer habe man nicht nur im Meisterschaftsbetrieb Erfolge erzielt, auch der Jugendbereich erfreue sich eines regen Zuspruchs. In diesem Jahr gebe es schon 24 neue Mitglieder, berichtet Uphoff.

Zudem verfügt No Limit über eine Hobbygruppe. „Unsere Hobbyspieler nutzen aber keine Gemeindehallen, sondern trainieren schon jetzt im Wellness-Point auf extra angemieteten Plätzen“, erklärt der Vorsitzende.

Natürlich ist auch dem Badmintonclub klar, dass die Gemeinde sparen muss und durch die Hallennutzung Kosten entstehen. „Ich denke aber, dass es nicht in dieser Höhe einzelne Vereine treffen muss“, sagt Martin Uphoff. Wenn sich am Dienstag (5. Juni) der Sozialausschuss mit dem Thema beschäftigt, appelliert No Limit an alle Verantwortlichen, das weitere Vorgehen sehr genau zu bedenken. Martin Uphoff: „Es ist einfach schade, einen Verein, der aus Familien gewachsen ist und schon als privater Club Jugendarbeit geleistet hat, in seiner Existenz zu gefährden.“