Nottuln. Die Lösung erscheint auf den ersten Blick wie das Ei des Kolumbus: Die Gemeinde Nottuln führt Hallennutzungsgebühren ein und erhöht gleichzeitig die Jugendförderung für die Sportvereine. Und am Ende profitieren beide Seiten: Die Gemeinde reduziert ihre Ausgaben und bei den Vereinen insgesamt bleibt unterm Strich sogar mehr in der Kasse. So sieht auf den ersten Blick die Berechnung aus, die die Gemeindeverwaltung für die Sitzung des Sozialausschusses am 5. Juni (Dienstag) vorbereitet hat. Aus Sicht der Vereine stellt sich die Situation aber ganz anders dar: SV Arminia, Borussia Darup und Fortuna Schapdetten müssen künftig mit weniger Geld auskommen, DJK Nottuln und No Limit müssen sogar kräftig draufzahlen. Sie alle sind Verlierer.
Gewinner sind neben der Gemeinde sechs andere Vereine: Reitervereine, Sportschützen, Tennissportler und Taekwondo-Sportler profitieren von der Erhöhung der Jugendförderung, weil sie die Gemeindehallen nur sehr selten oder gar nicht nutzen.
Die von der Verwaltung erstellte Berechnung orientiert sich an dem Gemeinschaftsantrag von SPD, UBG und Grünen, wonach eine Hallengebühr von 4 Euro je Stunde eingeführt werden soll. Gleichzeitig soll die Jugendförderung von derzeit 10 bzw. 14 Euro pro Kopf um jeweils 10 Euro auf dann 20 bzw. 24 Euro erhöht werden.
Was hat die Gemeinde davon? – Sie spart auf der Ausgabenseite rund 29 348 Euro ein. Wo kommt das Geld her? – Von DJK, Arminia, Borussia, Fortuna und No Limit.
Der Nottulner Badmintonclub No Limit zum Beispiel bekommt gegenwärtig 880 Euro Jugendförderung zur freien Verfügung. Künftig sollen es 880 Euro mehr sein, also 1760 Euro. Gleichzeitig müsste No Limit aber 5782 Euro Hallengebühren zahlen. Zieht man von dieser Summe die Jugendförderung ab, müsste der Verein also 4022 Euro dazuzahlen. Die finanzielle Verschlechterung ist aber sogar noch höher. Denn statt bislang 880 Euro zu bekommen, müsste der Verein in Zukunft 4022 Euro zahlen. Ergibt summa summarum für No Limit eine Verschlechterung von 4902 Euro.
Noch stärker betroffen ist die DJK. Sie erhält zurzeit 13 384 Euro Jugendförderung, künftig sollen es 22 944 Euro sein. Auf der anderen Seite soll die DJK Hallengebühren in Höhe von 30 224 Euro zahlen. 7280 Euro wären also in Zukunft statt der bisher erhaltenen 13 384 Euro zu zahlen. Macht in der Summe eine Verschlechterung um 20 664 Euro.
Nicht ganz so stark trifft es Arminia, Borussia und Fortuna. Sie behalten noch ein bisschen Geld übrig, doch verschlechtert sich auch ihre Finanzsituation: bei der Borussia um 3726 Euro, bei der Arminia um 2412 Euro und bei der Fortuna um 2546 Euro.
Gewinner der möglichen Neuregelung wären folgende Vereine: RV Darup-Nottuln: +552 Euro; RV Appelhülsen: +2070 Euro; Sportschützen Darup: +110 Euro; BTV: + 900 Euro; RV Nottuln: +260 Euro; Taekwondo-Freunde: +1010 Euro.
Geht es allerdings nach dem Willen der CDU, bleibt alles beim Alten: Sie hat beantragt, auf die Sporthallengebühren zu verzichten.
Der Sozialausschuss wird sich am 5. Juni mit dem Thema befassen. Die Sitzung findet diesmal um 19 Uhr in der Martini gGmbH (Martinistift) in Appelhülsen statt.