Alt-Ministerpräsident zu Gast beim CDU-Neujahrsempfang im Stift Tilbeck
Der alljährliche CDU-Neujahrsempfang im Stift Tilbeck ist bekannt für seine hochkarätigen Gastredner. Doch diesmal hatte die Kreispartei den Vogel abgeschossen – im wahrsten Sinne des Wortes. Professor Bernhard Vogel kann auf ein bewegtes politisches Leben zurückblicken: In Rheinland-Pfalz und Thüringen war er nicht weniger als 23 Jahre Ministerpräsident und seit 2001 leitet er die renommierte Konrad-Adenauer-Stiftung.
Professor Bernhard Vogel (m.) setzt große Hoffnungen in die Junge Union.In seiner engagierten Rede warnte Vogel eindringlich davor, den Reformeifer erlahmen zu lassen. Trotz aller Anfangserfolge sei die Krise der Sozialsysteme und der Staatsfinanzen bei weitem nicht überwunden. „Wir dürfen nicht das Holz verbrennen, von dem kommende Generationen ihre Hütten bauen müssen.“
In diesem Zusammenhang forderte er mehr Mut und Standfestigkeit, wenn es darum geht, unbequeme Entscheidungen gegen Widerstände in der Bevölkerung durchzusetzen und zu verteidigen. In plastischen Worten rief Vogel dazu auf, auch gegen den Zeitgeist Kurs zu halten. „Es ist gut zu wissen, was die Menschen auf der Straße denken. Es ist auch gut zu wissen, dass dort jeden Tag etwas anderes gedacht wird.“ Und: „Wer dem Wähler immer hinterherläuft, der sieht ihn nur von hinten. Darum ist es oftmals nötig, voranzugehen.“
Vogels Plädoyer schien gemünzt auf die Große Koalition, in der sich zunehmend Opportunismus und Reformstillstand breitmachen. So erwies sich der 75-jährige Alt-Ministerpräsident als leidenschaftlicher Anwalt der jungen Generation.