Landtagswahl und Gemeindeentwicklung im Fokus
Am vergangenen Donnerstag hat die CDU Nottuln bei ihrer Mitgliederversammlung im Landgasthof Arning eine umfangreiche Bilanz der politischen Arbeit seit der Kommunalwahl im Herbst vergangenen Jahres gezogen und zugleich wichtige Weichen für die kommenden Jahre gestellt. Rund 30 Mitglieder nutzten den Abend zum intensiven Austausch über kommunale Entwicklungen, allgemeine politische Herausforderungen und die Zukunft der Gemeinde.
Gemeindeverbandesvorsitzender Dr. Julian Allendorf führte durch die Versammlung. Zu Gast war Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes. Foto: Mara Schulte EistrupDer Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbandes, Dr. Julian Allendorf, begrüßte besonders Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes und freute sich über die anwesenden Neumitglieder, die sich in der CDU für ihre Heimatgemeinde und das Gemeinwesen engagieren möchten.
Im Mittelpunkt des Abends stand der Bericht des Vorsitzenden, der einen weiten Bogen von internationalen und bundespolitischen Entwicklungen bis hin zu konkreten kommunalen Projekten spannte. Allendorf sprach von einer Zeit wachsender Erwartungen an Politik bei gleichzeitig schwieriger werdenden Rahmenbedingungen, nicht nur für Städte und Gemeinden. Umso wichtiger sei eine verlässliche und konstruktive Zusammenarbeit vor Ort.
Mit Blick auf die Gemeindeentwicklung zog der CDU-Vorsitzende eine insgesamt positive Bilanz der vergangenen Jahre. Gemeinsam mit Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes sei in vielen Bereichen sichtbar etwas vorangebracht worden. Gleichzeitig machte Allendorf deutlich, dass politische Prozesse häufig Geduld und Ausdauer erforderten, da viele Entscheidungen von übergeordneten Behörden und Verfahren abhingen. Politik lebe dabei immer auch vom Ringen um Kompromisse und tragfähige Lösungen.
Besonders hob Allendorf die Investitionen in Bildung, die Entwicklung aller Ortsteile sowie die Kontinuität kommunaler Projekte hervor. Alle Ortsteile im Blick zu behalten bleibe ein zentrales Ziel der CDU. Auch Themen wie die Unterbringung Geflüchteter, die Rolle des Ehrenamtes sowie die zunehmende finanzielle Belastung der Kommunen standen im Fokus seiner Ausführungen.
Positiv bewertete der Vorsitzende zudem die Entwicklung der Parteiarbeit vor Ort und die Zusammenarbeit im CDU-Team vor Ort. So habe sich z. B. das CDU-Unternehmerfrühstück inzwischen als feste Austauschplattform etabliert. Gleichzeitig kündigte Allendorf an, bei den turnusgemäßen Vorstandswahlen im Jahr 2027 nicht erneut für den Vorsitz des Gemeindeverbandes zur Verfügung zu stehen. Nach dann sechs Jahren an der Spitze sei ein personeller Wechsel sinnvoll. Gleichzeitig unterstrich er, dass ihm die politische Arbeit für Nottuln weiterhin sehr am Herzen liege.
Ein weiterer Schwerpunkt des Abends war der Blick auf die Landtagswahl 2027. Allendorf erklärte, dass er selbst nach intensiver Abwägung nicht erneut das Landtagsmandat anstrebe. Die CDU verfüge jetzt im Wahlkreis über ein ansprechendes personelles Angebot. Für den Wahlkreis Münster III – Coesfeld III kandidiert parteiintern derzeit Schulministerin Dorothee Feller. Für den 26. Mai kündigte die CDU Nottuln hierzu bereits ein Austauschformat mit der Ministerin an.
Im zweiten Teil der Versammlung gab Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes einen ausführlichen Überblick über aktuelle Projekte und Herausforderungen der Gemeindeentwicklung. Im Mittelpunkt standen die Wohnbauentwicklung in allen Ortsteilen, die Entwicklung des Gewerbegebietes Beisenbusch, Investitionen in Schulen und Infrastruktur sowie die Unterbringung Geflüchteter.
Besonders positiv bewertete der Bürgermeister aktuelle Fortschritte beim lange diskutierten Radweg zwischen Nottuln und Havixbeck. Nach langen Verhandlungen seien inzwischen die letzten Grundstücksfragen geklärt worden. Auch bei verschiedenen Ortsentwicklungsprozessen, neuen Wohngebieten und der Weiterentwicklung kommunaler Infrastruktur gebe es sichtbare Fortschritte.
Zugleich wurden zahlreiche Themen durchaus kritisch diskutiert. Dazu gehörten unter anderem die Windkraftdebatte, die Situation bei den Kindergartenplätzen, die Digitalisierung der Verwaltung, Fragen der Grünpflege sowie laufende Baugebietsverfahren. In der anschließenden Fragerunde nutzten die Mitglieder die Gelegenheit zum intensiven Austausch mit dem Bürgermeister.
Darüber hinaus beschloss die Mitgliederversammlung einstimmig zahlreiche Delegiertenbenennungen für Bezirks-, Landes- und Bundesparteitage sowie für die Vertreterversammlungen zur Vorbereitung der kommenden Landtagswahl.
Zum Abschluss dankte Allendorf insbesondere den zahlreichen ehrenamtlich Engagierten sowie den Ratsmitgliedern für ihren Einsatz. Die CDU Nottuln verstehe sich weiterhin als zentrale gestaltende Kraft aus der Mitte der Gesellschaft, die in der Gemeinde Verantwortung übernehmen wolle. Gerade angesichts wachsender Herausforderungen komme es auf Verlässlichkeit, Dialogbereitschaft und konkrete Ergebnisse für die Menschen vor Ort an.